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Karim Haggui

Karim Haggui ist am 20. Januar 1984 geboren und aufgewachsen in Kasserine, in Tunesien. Früh entdeckte er seine Leidenschaft und den Spaß am Fußballspielen. Was in seinen Kindertagen als Spiel begann ist heute für ihn mehr als ein Spiel - es ist sein Leben.

Früher träumte er davon einmal ein großer Fußballspieler zu werden. Damals war Paolo Maldini sein großes Vorbild und heute ist er für viele Kinder nicht nur in seiner Heimatstadt selbst ein Vorbild.

Bereits im Alter von 13 Jahren spielte er in der Jugendmannschaft des Fußballklubs AS Kasserine. Dort blieb sein Talent nicht unentdeckt und so wurde er regelmäßig für die Regionalmannschaft aufgestellt. 1998 wechselte er in die Jugendabteilung von Étoile Sportive du Sahel, dort durchlief er viele Etappen und profitierte von einer guten Ausbildung. Zudem wird er immer wieder zur Jugendauswahl berufen und gewinnt mit den Amateuren von Étoile Sportive du Sahel sechs Titel auf nationaler Ebene. 2002 kam der damals 18-jährige zu seinen ersten Einsätzen in der Profimannschaft. In der Saison 2003/04 überzeugte Haggui besonders und verdiente sich einen Platz in der Stammelf.

Weiter Höhepunkte ließen nicht lange auf sich warten. Mit dem Profikader gewann er den Afrika-Cup 2003. Haggui spielte dort an der Seite von Jaziri, Trabelsi, Jaidi, Santos usw. Er nahm eine entscheidende Rolle im Halbfinale gegen Nigeria ein, denn der 20-jährige verwandelte den letzten Schuss beim Eltmeterschießen. Er wurde nicht nur für den Etoile du Sahel unentbehrlich, sondern nahm einen wichtigen Platz in der tunesischen Nationalmannschaft ein. Bereits mit 19 Jahren wurde Haggui zur Nationalmannschaft geholt. Nachdem er bei den Olympischen Spielen in Athen und der Weltmeisterschaft in Deutschland sein Talent bewies, bekam er die Ehre mit 22 Jahren die Kapitänsbinde zu tragen. Die neue Generation tunesischer Spieler profitiert von seinem „Know-How“ und der Kapitain ist sich seiner Verantwortung, die mit der Kapitänsbinde verbunden ist, bewusst.

Schon bald warfen einige europäische Trainer ein Auge auf den Abwehrspieler. Eineinhalb Jahre später war die Zeit für neue Herausforderungen gekommen.

Im Sommer 2004 wagte Haggui den Blick über die Grenzen von Afrika und flog nach Frankreich. Er unterschrieb beim Racing Club Straßburg. Dort teilte er sich den Platz mit Spielern wie Mamadou Niang, Mickaël Pagis, Artur Boka, Sidi Keita, Kévin Gameiro, Alexander Farnerud, Cédric Kanté. Er gewöhnte sich innerhalb von zwei an den europäischen Fußball und konnte erste Erfahrungen außerhalb Tunesiens sammeln. Mit Erfolg: Am Ende seiner ersten Saison mit RC Straßbourg wurde er Sieger des französischen Liga-Pokals. 2005 wurde er zum besten Spieler gewählt. Der RC Straßburg stieg allerdings in die 2. Liga ab und musste sich mit dem Gedanken abfinden, seinen besten Spieler gehen zu lassen.

2006 führte sein Weg nirgends anders hin als nach Deutschland zu Bayer 04 Leverkusen. Zunächst lief alles hervorragend und Haggui zog die Aufmerksamkeit vieler auf sich. Seine letzte und dritte Saison bei Bayer wurden überschattet von Verletzungen und bremsten den tunesischen Verteidiger aus.

2009 landete Haggui ablösefrei bei Hannover 96. Obwohl 96 nicht als einziger Verein Interessen an dem beidfüßigen Abwehrspieler verkündeten, englische und spanische Vereine taten es dem Verein gleich, entschied er sich für den niedersächsischen Verein. Dort reihte Haggui sich in die Abwehrkette der Roten ein und es war bestimmt keine falsche Entscheidung. Haggui ist das Herz der Abwehr und aus der Stammelf nicht mehr weg zu denken. Er trug einen großen Teil zum Ligaerhalt bei, als der Verein vom dem Tod seines Torwartes Robert Enke schwer getroffen wurde. Die zweite Saison begann weitaus besser. Sein Vertrag geht noch bis Sommer 2014.

Trotz oder gerade wegen der Höhen und Tiefen ist der Tunesier sich treu geblieben. Aus einem Kindheitstraum ist Realität geworden - es gibt also doch noch Märchen.


von unserer Redakteurin
Vanessa Sieg
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Ausgabe: 4-2011